Saskia Winkler | Alles ist gut…
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Alles ist gut…

 

Die Erlaubnis, dass alles gut ist – wie es ist.

 

„Alles gut“ ist eines der beliebtesten Aussagen in der Trainer- und Coachingwelt und auch ich benutze diese 2 Wörter mehrmals am Tag.

Meistens in dem Kontext, dass etwas eventuell nicht so gelaufen ist, wie man dachte. Ich spreche das gegenüber meinen Klienten, meiner Tochter, meinen Freunden und mir gegenüber aus.

Vergesse ich einen Termin beim Sport, so bin ich froh wenn mir ein „alles gut“ entgegen kommt. Ist  meine Tochter traurig darüber,  eine schlechte Note mit nach Hause gebracht zu haben,  sage ich ihr auch, dass „ alles gut“ ist.  Alles gut hat also eine tröstende Funktion und meist kommt ein „wer weiß wozu das gut war“ hinterher.

Bis dahin habe ich also „Alles Gut“ benutzt und verstanden.

Seit ein paar Tagen allerdings wird mir die gesamte Bedeutung dieser Wörter bewusst – denn es kann auch heissen dass“ Alles gut so ist, wie es eben ist.“

Im Verstand hatte ich das bereits abgespeichert und es auch mehr in die Schublade Richtung Selbstwert (ich bin gut, alles an mir ist gut so wie es ist) hineingetan. Doch heute geht eine neue Variante dieser Worte für mich auf – meine Schublade vergrößert sich – denn es hat sich eine Art „schlechtes Gewissen“ oder eine „Angst“ herauskristallisiert, dass etwas nicht funktioniert, wenn ich es nicht dabei belasse wie es ist.

 

An einem einfachen Beispiel möchte ich das erklären:

Meine Katze war ungewöhnlich lange draußen im Freien. Sie brachte mein Konzept durcheinander nicht zu ihren gewohnten Zeiten wieder in die Wohnung zu wollen. Sofort gingen die Horrorszenarien im Kopf los: „was ist, wenn sie irgendwo eingesperrt ist?“  und ich beauftrage meine Tochter nach ihr zu suchen. Ergebnislos. Dann suchte ich nach ihr und bat auch ein paar Freunde um energetische Unterstützung für die Suche.

Mein Tun gleiche ich normalerweise mit meinem Gefühl ab und mein Gefühl war sehr ruhig, was immer ein Zeichen davon ist, dass „alles gut ist“. Doch ein schlechtes Gewissen plagte mich und ich fing an zu suchen. Ich fing an zu suchen um mein Gewissen zu erleichtern dass -falls etwas passiert ist- ich mir später keinen Vorwurf machen kann, nicht alles mir mögliche unternommen zu haben um zu helfen.

Irgendwie keimte das Gefühl „eigentlich habe ich gar kein Bock zu suchen“ in mir auf und ich entschied mich plötzlich, die Suche sein zu lassen.  Meine Tochter und ich machten es uns vor dem Fernseher gemütlich und schauten unsere Lieblingsserie und genossen dabei ein „ Double Magnum“ am Stiel. Eine halbe Stunde später stand die Mieze vor der Türe – hungrig und sich lauthals beschwerend – bat sie um Einlass.  Sie kam also von alleine ohne das wir ihr helfen mussten und tatsächlich war „ alles gut“.

 

Die Erlaubnis

Da ich mein Verhalten selber gerne erkunde, fielen  mir unzählige Situationen ein, in welche ich mich dafür „strafte“ dass ich nicht mehr getan habe, um ein besseres Ergebnis zu erzielen oder „ Schlimmeres“ zu verhindern.

Beim Austausch über dieses Thema mit meiner besten Freundin kam ich darauf, dass ich mir in den seltensten Fällen „ erlaubt habe“ dass alles gerade so ist, wie es ist.

Ich erlaubte mir nicht abzuwarten und dem Prozess zu vertrauen. Ich erlaubte mir nicht das zu tun, worauf ich gerade Lust habe und dass sich dann die Dinge fügen würden. Ich erlaube mir jetzt die Superwoman, welche alles und jeden retten muss, einzupacken denn sie hat 41 Jahre tolle Dienste geleistet und darf jetzt in den Ruhestand gehen. Genug gerettet – jetzt erlaube ich mir zu sein und mein schlechtes Gewissen in Eigenverantwortung für andere zu wandeln.

Saskia Winkler
info@saskia-winkler.de
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