Mein Kampf mit mir…

in meinem Buch berichte ich über die zwei Seiten meiner Persönlichkeit – über meine Geschichte und meine Odysee.

Mein innerer Kampf mit mir hat in der dritten Klasse angefangen, als ich auf einmal den Schulstoff nicht mehr kapierte und einfach nicht verstand, was die Lehrer von mir wollen. Meine Mutter verzweifelte gar mit mir. Mathematik Textaufgaben waren damals der blanke Horror für mich und schließlich erhielt ich eine Hauptschulempfehlung.

Ich habe bis heute nicht vergessen was da in mir passierte, vor allem als ich von Freundinnen hörte, dass sie jetzt nicht mehr mit jemanden von der Hauptschule befreundet sein können. Schaue ich mich um, so sind alle aus meiner damaligen Zeit etwas geworden und vielleicht auch ehrgeiziger etwas zu erreichen – genau so wie ich es bin.

Doch damals wusste ich nicht, dass nicht ich das Problem bin,

sondern dass ich einfach anders lerne: Ich muss Dinge erst sehen und erleben, bevor ich weiß was ich tun soll. Deswegen brauche ich oft mehr Zeit und mehrere Anläufe, in etwas gut zu werden.

Dieses „Problem“ holt mich gerade wieder ein, denn seit geraumer Zeit trainiere ich für meinen Auftritt bei Gedankentanken. Auf einmal sitzt da wieder das kleine Kind in mir und denkt: „Scheiße, das schaff ich nicht“. Oder merkt: „die anderen sind besser“.

Die Speaker-Koryphäe und Top-Trainer Frank Asmus kritisiert mich hart und schafft es tatsächlich, mich in mein altes Schultrauma zu bringen. Der Supercoach Christian Gärtner frägt mich: „Saskia, wieso machst Du das?“ Und ich stehe auf der Bühne und möchte einen Talk halten über das Strahlen, aber ich strahle heute nicht. Alles was ich vorbereitet hatte, passt auf einmal nicht mehr und meine Konzentration ist dahin.

Hier und da sehe ich ein Lächeln auf den Gesichtern der anderen Teilnehmer und „BÄNG“

– fühle ich mich zurück katapultiert in meine Kindheit: Die Schulbank und die chaotisch wirkende Saskia, weil sie ständig etwas sagt, was keiner kapiert und so viel fragen muss, bis sie es eben für sich versteht. Das fiese Belächeln der anderen Mitschüler. Das Gefühl nicht dazu zu gehören. All das kommt hoch und will von mir angeschaut werden.

Ich bin erstmal sauer auf mich und will diesen Teil der Saskia eigentlich gar nicht mehr haben. Dieser Teil hat mir früher so viel Ärger bereitet und ich meckere ihn an: „was willst du denn auf einmal wieder hier?!“ Ich dachte die Problemzeit ist rum….

Frank Asmus kritisiert konstruktiv, dass mein Talk eine Story braucht und ich merke die Weigerung, mich meiner Geschichte wieder zu öffnen. Ich hatte doch irgendwann einmal entschlossen, die Dramen aus meinem Leben zu verbannen und weiß, dass das Glück auch im Glück zu finden ist. Ich will nicht wieder damit konfrontiert werden, wie es ist, am Boden der emotionalen Gefühle zu sein. Ich sehne mich nach Ruhe und nach einem normaleren Leben und in den letzten 6 Jahren habe ich daran gearbeitet, mich und meine Mitte zu finden. Und jetzt soll ich das wieder aufbrechen? Ich bin übersättigt von den Dramen,, die das Leben so schreibt und hatte diese Baustelle in mir für abgearbeitet gehalten und zubetoniert.

Doch was ich vergessen hatte ist, wie was und wer ich bin und mein Arzt formulierte dies neulich sehr charmant:

„Frau Winkler, Sie sind eine Emotion auf zwei Beinen“.

Wenn ich lache, dann tue ich das meist zu laut und ich schaffe es, auf einem Langstrecken Flug in der Business Class der Air France sitzend, einen emotionalen Heulflash vom Board-Entertainment zu kriegen, weil mir der Zeichentrick – Klassiker
„Susi & Strolch„ einfach zu nahe geht. Der Blick der Flugbegleiterin: unbezahlbar;
…. während mein Nebensitzer auf seinem Laptop starr auf seine Excel Tabelle schaut.

Also traf ich die Entscheidung, mich irgendwie anzupassen und mich und meine Emotionalität „in den Griff zu kriegen“. Denn es passte nicht in meine alte Welt der Unternehmerin und schon gar nicht in meine Schulzeit.

Doch Speaking ist Persönlichkeitsentwicklung und für diesen einen Keynote bei Gedankentanken muss ich mich weiterentwickeln und nochmals durch alle meine ungeliebten Seiten gehen:
Ich muss die anderen beobachten, damit ich lernen kann. Da hat mir bislang kein Online-Kurs geholfen… ich brauche Vorbilder: das Ganze in bewegt, live und in Farbe. Ich muss Menschen sehen und fühlen um dies dann für mich als Lernstrategie zu übernehmen. Für mich geht es darum, diesen Teil in mir wieder anzunehmen, denn .. I am what I am. Meine Schattenseiten und eine davon hat eben einen „Bridget Jones Charakter“ und irgendwie mag ich das wieder an mir.
Diesen natürliche Struggle, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden und das ENT-decken, das Zeigen meines wahren ich’s. Was den Unterschied von damals zu heute ausmacht: Ich habe mir in der Schule einreden lassen, dass ich nicht genügend gelernt hätte und dachte als Kind, ich bin schuld. Heute bin ich mir sicher, dass ich genügend getan habe, aber einfach anders lerne als es die Mehrheit der Gesellschaft tut.

Heute kenne ich dank NLP meine Lernstrategie und vor allem den Weg raus aus diesen komischen Schuldgefühlen.

Heute gebe ich Menschen etwas, wovon ich mir wünschen würde, es gäbe mehr davon: das Gefühl sich gut zu fühlen egal wie man ist oder was man sagt. Heute weiß ich, dass ich andere Fähigkeiten besitze und in der emotionalen Intelligenz meine Punkte hole. Heute weiß ich, dass ich keinerlei Schuld trage.
Und schaue ich mich um, bin ich gottfroh, dass ich bin, wer ich eben bin und lerne an diesem Workshop Tag in Köln ein neues Wort: JOMO. The „Joy of missing out“ und darauf hin beschließe ich, den Workshop zu wiederholen und mir mit dem Auftritt Zeit zu lassen. Ich weiß auch, dass ich diesen Auftritt für mich brauche und für alle anderen, welche sich auch oft verloren in einem System gefühlt haben. Also: danke an meine harschen Kritiker, ich bin auf dem Weg…. als spirituelle, laufende Emotion mit kinästhetischer Lernstrategie und meiner Story, zwei Seiten einer Persönlichkeit gelebt zu haben – Stay tuned!

 

Text: Saskia Winkler

Bilder: Saskia Winkler

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