Gott bin ich froh, dass ich nicht perfekt bin!

Mein Gott, bin ich mir sicher.

Genau, ich bin mir selbst ziemlich sicher.

Und Selbstsicherheit hat rein gar nichts damit zu tun, stets irgendwo die Beste zu sein.

Ganz im Gegenteil, selbstsicher sind Besserwisser und Perfektionisten eben überhaupt nicht. Denn wenn sie sich sicher wären, wenn sie im Reinen mit sich wären, dann würden sie wieder mehr Risiken eingehen und an Fehltritten wachsen.

Sie hätten ihr Urvertrauen trainiert und würden immer wieder aufstehen und weitermachen.

Eventuell sind Besserwisser aber ja auch mental begrenzt,

da sie davon ausgehen, dass – wenn etwas schief geht- sie keinen Ausweg mehr finden .

Ein selbstsicherer Mensch macht Fehler, ein unsicherer Mensch lacht heimlich über diese Fehler. Ein noch viel unsicherer Mensch nährt sich an den Fehlern anderer und an dem Fakt, stets recht zu haben.

Dieser Typus Mensch braucht die eigene Bestätigung mehr als alles andere und ist unfähig die Kontrolle abzugeben. Er sieht darin die Bestätigung für sich, doch lieber in seiner Komfortzone zu bleiben. Kurzum er hat einfach immer recht und dem stimme ich zu.

In seiner Welt hat er recht. Aber ich..

ich habe mich entschieden die Kontrolle abzugeben und mal zu schauen… was passiert denn wirklich?

Ich bin so froh, dass ich in vielen Dingen Fehltritte hatte, Fehlversuche oder Fehlzündungen.

Ganz ehrlich? Darauf bin ich stolz, denn es hat mich frei gemacht und zu einer unabhängigen Frau geformt.

Ich finde stets einen Ausweg und ich schäme mich für keinen einzigen Misserfolg. Und diese hatte ich in allen Bereichen des Lebens, in der Liebe, in der Gesundheit, in der Freundschaft, in der Familie, im Beruf – wirklich überall. Ich bin so froh, dass ich oft daneben getreten bin, denn dadurch muss ich nichts aufrechterhalten. Kein perfektes Image. Und genau dadurch habe ich mich so viel besser kennen gelernt. Dadurch bin ich zu meinem Selbst geworden und hab enorme Sicherheit getankt. Ich bin auch stark geworden, denn mit Fehltritten umzugehen benötigt Kraft. Hinzuschauen und sich damit auseinander zu setzen.

Und genau das bedeutet Selbstbewusstsein:

Es bedeutet, das Perfekte im Imperfekten zu finden.

Es bedeutet, den Mut zu haben Dinge auszuprobieren und es gibt bereits jetzt lustige Geschichten über meine Fehler, über welche ich noch mit meinen Enkeln lachen werde. Ich werde ihnen diese Geschichten erzählen können, dass sie daraus lernen. Ich werde ihnen zeigen was es heißt, ganz bei sich zu sein und während ich das schreibe, sehe ich mich schon auf meiner Terrasse mit meinen Enkeln sitzen. Ein wohliges Gefühl kommt in mir hoch. Sehr liebevoll, wenn ich daran denke, dass ich dann auf etwas zurückblicken werde, was ich erschaffen habe. Dass ich Spuren im Sand hinterließ und meine Handschrift einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass wir wieder zu einer Gesellschaft wurden, welche sich gegenseitig unterstützt, anstatt sich zu beneiden.

 

Text: Saskia Winkler

Bild: Kathrin Zeidler

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